
Rängers go Czechia 2011
Fotos...
Sonntag, 25.09.2011, 07.30 Uhr:
Die Rängers und -innen treffen sich
pünktlich wie jedes Jahr morgens auf dem Parkplatz des Restaurantes
George@Joe in
Bürs zwecks gemeinsamer Fahrt nach Tschechien. Für heuer sind 13 Rängers zum
Trainingslager angemeldet:
Dani "Bubu" Burtscher, Bernd Räggl, Döbi
Dobler, Luki Zoppel, Luke "Mono" Mangeng, Blex A, Chris Ribörnig, Obi
W.Dungler, Mario Kaufmän, Meik Hunter, Nobi Schechner, Sigi "Squirrel" Witwer,
Jogi Jagr
Am Start sind 12 Rängers, Edelränger
Nobi Schechner wird persönlich in Germering Süd, Ausfahrt 24, an der Autobahn
abgeholt.
Wir steigen in die beiden Busse, kurz
"Air Forz One" und "Vize-Bus" genannt, schön mit Eishockeytaschen und Koffern,
Rücksäcken und Bier beladen und schon kann's losgehen. Zwei Runden durch den
Kreisverkehr, Navi auf "on" und auf die Autobahn. Die Dixie-Chicks untermalen
die Autobahnfahrt mit "taking the long way", was ja eigentlich nicht ganz
stimmt, weil wir eigentlich den kürzeren Weg nehmen, aber uns angesichts der vor
uns liegenden Woche total egal bzw auch wurscht (engl: sausage) ist. Hauptsache,
die Musik passt, der Text ist vorerst nicht so wichtig. Das Einzige, was an
einem Text in dieser Woche wichtig sein wird, ist sein humoristisches Potential.
1,5 Stunden Fahrt liegen hinter uns, und
unsere Stamm-Autobahnraststätte Aichstetten ist in Sichtweite.

Also - Abfahren und Frühstücken. Heuer
herrscht aus furztechnischen Gründen totales McDonalds-Verbot. Auch die
Neo-Tschechen Luki Z und Bubu halten sich brav an die Gebote und essen wie
alle andern vitaminhaltiges Trucker- bzw Weisswurstfrühstück. Dazu wahlweise
Kaffee, Kakao oder Weissbier. Es ist alles vorhanden und erlaubt. Nur nicht Mc
Donalds:)
Nach dem Frühstück bzw auf der
Weiterfahrt verdunkelt sich die Miene von Obi D.Wungler. Er ist etwas säuerlich,
da seiner Meinung während der Fahrt zu viele Pausen gemacht werden. Obi möchte
am Liebsten unter einmal nach Zruc/Cz durchfahren und dort gleich auf der
Terrasse ein Gambrinus hinunterpressen. Tja, etwas Geduld muss aber noch sein,
Obi. Immerhin bist du höchstselbst Fahrer von Airforce One und darfst aus diesem
Grund vor Ende der Fahrt keinen Alkohol zu dir nehmen, andererseits nehmen schon
alle anderen, weil sie eben nicht fahren müssen, Alkohol zu sich und müssen alle
30 Minuten aufs Klo.
"...........the same procedere as every year, james....".
"Eeeaahh, missssophie"..........*stolper*
Aber Alkohol ist in der kommenden Woche
eher verpönt bzw wird nur in geringeren Massen genossen werden wollen... denn
zweimal Training am Tag + Alkohol = umitrol.
Im Vizebus kommt es zu tumultartigen
Szenen. Fahrer Chris Ribörnig verpasst um Haaresbreite die Ausfahrt Germering
Süd 24, da Beifahrer Blex A ("4.Gang, links-rechts-Haarnadel 5 Uhr, Kuppe!")
beim Einlegen der CD einer Bänd namens AC/DC versehentlich das Bordnavi
lahmlegt. Gottseidank kann der Pilot die Lautstärke der sogenannten
Truthahnmusig (vgl Czechia 2009 und 2010 jeweils Rubrik "Kalsa") zurückschalten
und Copilot Blex A zur Mithilfe im Cockpit bzw zur Wiederbelebung des
Navi animieren, sodass die Ausfahrt dann - wenn auch mit Überfahren einer
Sperrfläche - doch noch gelingt. Am vereinbarten Treffpunkt wird Nobi S. von der
Leitplanke losgemacht und in den Bus Airforce One aufgenommen. Dankbar teilt er
sich sich gleich darauf mit Mario ein Festbier.
Die nächsten Stunden sind von
Autobahnfahrt, Musik, Festbier und Klopausen geprägt. Mario K. stellt fest, dass
sich auf dem Etikett des Fohrenburger-Festbieres die Firma Getzner befindet. Er
fragt sich, warum nur. Wir von der Redaktion schliessen uns dieser Frage an.
Eine Pause muss noch sein, kurz vor dem
Grenzübergang Deutschland/Tschechien werden zu Bestkondtionen Autobahnvignetten
verkauft. Außerdem müssen die Rängers wie immer - aufs Klo. Aber danach reiten
wir wieder los! Sigi Squirrel wird zur Begrüßung von einem gemeinen
tschechischen Stech-Spatz angekotet. Auch Bubu macht Erfahrungen am
Rastplatz. Meik sorgt für eine Verlängerung der Klopause. Wir haben es sehr
lustig.
Einzig Obi ist einfach nicht so gut
gelaunt wie sonst. Irgendetwas bedrückt ihn......
.... na klar! Es liegt förmlich in der
Luft, was ihn bedrückt. Es ist alles so - furzlos.
Ein Umstand, der sich im Lauf der Woche
noch sehr ändern wird.
Zruck in Zruc
Endlich erreichen wir unser Ziel
Zruc/Senec bei Pilsen und checken im Sporthotel Zruc ein: 1 Dreierzimmer mit
Mono, Döbi + Siggi, 5 Doppelzimmer mit Bubu + Luki, Bernd + Nobi, Weni + Mario,
Räp + Alex, Jogi + Meik.
Ein Traum. Alle Angestellten sind noch
dieselben wie im Vorjahr, woraus wir schliessen, dass die Woche auch heuer
wieder kulinarisch sehrgut bis Weltklasse werden wird. Wir machen noch unseren
Check in und geben unsere Passdaten durch. Doch wo ist Obi? in der Hitze des
Gefechtes hat er sich bereits auf die Terrasse hinausgestohlen und sitzt schon
mit seinem ersten Gambrinus in der Sonne. So. jetzt hat auch Obi seinen Frieden
gefunden. Ah, da kommt schon der freundliche Kellner mit der Speisekarte. Oh wie
gut, dass wir hier sind. Es gibt Norwegerlachs-Steak mit Spinat.
Karel ist auch schon da, wir begrüßen
ihn voller Vorfreude auf diese Woche.
Am Abend werden die Mannschaften fürs
heurige Training geformt:
Bläckhawks, in der Folge kurz "Bläcks":
Wiesel Döbi Dobler, Räp, Meik, Mario, Nob, Squirrel, Karel Kostka (Coach)
White Power Team, in der Folge kurz
"Whites": Luki Zoppel, Obi, Bernd, Mono, Alex B, Bubu, Jogi
Im Lauf der Woche werden wir
feststelllen, dass die Teambildung sehr ausgeglichen und gut gelungen ist. Zudem
wird Karel die kommende Woche nicht nur als Trainer, sondern auch als Spieler
voll auf seine Kosten kommen. Immerhin wird er bei allen acht zur Verfügung
stehenden Eiszeiten als Bläckhawk auf dem Eis stehen.
In der Kabine ist alles so, wie es noch
nie war. Lieblich, nett, genug Platz, ein Luftentfeuchter steht in der
Raummitte. Auch für Wasser und Bier ist gesorgt. Im benachbarten Penny-Markt
haben Squirrel +Co ordentlich eingekauft und praktischerweise auch gleich im
Einkaufswagen alles mitten in der Kabine abgestellt. Räp hat einen grossen
Ipod-Adapter dabei und es laufen gleich am ersten Tag unsere Dixie Chicks.
Der nette Eismeister nimmt sich trotz
Sonntag Zeit für unsere Schuhe und macht uns einen echten
tschechischen Superschliff.
Im ersten Training am Sonntagabend ist
dann mal alles so, wie es sein soll. Zwar sind alle noch mehr oder weniger
wacklig auf den Schuhen (außer Mono), aber die Whites panieren die Bläcks
deutlich.
Am Abend essen wir im Hotel und reden
über Eishockey. Karel gibt uns Tipps und Tricks weiter. Ausserdem sagt er: "Wenn
du Haare am Sack hast, dann musst du sau(er) sein!"
Aus dem Gespräch hört man deutlich
heraus, dass Karel trotz seines Alters noch nicht mal annähernd an Ruhestand
denkt. Er freut sich schon wieder auf die nächste Kinder/Jugendmannschaft, die
in sein Camp kommt (Karel ist ja normalerweise professioneller Trainer in seinen
Eishockeycamps für renommiertere Eishockeyvereine. Die Woche mit uns ist
natürlich auch professionell, aber doch eher professionelles Hobby).
Schön, Karel zuzuhören. Er ist heiß auf
Eishockey wie ein Junger.
Montag, 26.9.2011:
7.30 Uhr. Frühstück. Alles pipifein,
Kaffee, Tee, Toast, Vollkornbrot, Schwarzbrot, Schinken, Käse, Ei, Joghurt,
Müsli usw usw. Räp stellt verschlafen fest, dass sein Frühstücksei kalt ist. Das
muss besser werden.
Um 9.15 Uhr ist Training. Fertig
frühstücken. Siggi und Mono boxen sich gegenseitig am Frühstückstisch. Alex
denkt an Kasla. Kasla hat nie gefurzt...
Wir fahren mit den Sportbussen zur
Eishalle. Im Vizebus läuft die EAV. Der Song "Der Wein Von Mykonos" entpuppt
sich schon gleich zu Beginn zur Hymne der Woche. "...Ihr Götter des Olümp, was
ist das für ein Glümp...?"
Das White Power Team dominiert auch das
zweite Training. somit steht es 2:0 für die Whites. Danach zurück ins Hotel,
essen, schlafen, chillen, reden, Jassen oder auch Bier trinken (oder Mineral, je
nach
Einstellung). Luki Z muss
zwischenzeitlich am Telefon seine Firma mitleiten. Nob hat hingegen kein Netz
hier in Tschechien und somit auch keine ungeplante Arbeit zu erledigen.
Das Nachmittagstaining um 14.00 beginnt
verheissungsvoll: Obi furzt wie wild und grinst breit vor sich hin. Beim
Umziehen fällt einigen Sitznachbarn auf, das Obis Zehen an die eines Hobbits
erinnern. Obi ist dies aber egal. Er brennt schon aufs Training bzw lässt gleich
Einen brennen.
Die Übungen im Training sind wieder
einmal sehr czuper. Karel ist wie jedes Jahr immer perfekt vorbereitet und macht
ein professionelles Training. Im Nachmittagsmätsch presst sich Räp gegen Bubu
und verliert knapp mit einem Cut am Kinn bzw mit einem leicht lädierten
Kiefer. Dafür gewinnt Räps Bläcks- Team das Nachmittagsmätsch knapp und stellt
auf 2:1.
Räp nimmt danach bis auf weiteres leicht
kaubare Kost zu sich.
Am Nachmittag steht
Beach(bitch)-Volleyball auf dem Programm. Obi, Luki Z und Mono gegen die Bläcks
Nobi, Siggi und Mario. Die Whites gewinnen klar und deutlich. Mono "paniert" im
wahrsten Sinne klar und deutlich Siggi, indem er dessen verschwitztes Gesicht
für einige Minuten in den Sand drückt. Siggi's Antlitz sieht danach aus wie ein
paniertes Schnitzel...
:)
Es herrschen sommerliche Temperaturen,
wir sitzen auf der Terasse, trinken ein oder mehrere Gambrinus und lassen den
Tag Revue passieren. Die Whites werden nochmals sehr von Karel gelobt. Sie sind
seiner Ansicht nach einfach besser, obwohl er mit "seinen" Bläcks alles gibt. Er
weiß sich auch keinen Rat. Vor allem Obi macht ihm Sorgen: "Werner ist wie
Tintenfisch!! zuviel Arme und zuviel Kraft!"
Dienstag, 27.9.2011:
7.30 Uhr. Frühstück. Alles ok, nur Blex
ist heute etwas sentimental. Er sagt, dass Kasla tatsächlich nie furzt. Räp
hingegen schon. Räp wiederum entgegnet, dass er in der Nacht Angst um seine
Bettdecke und Socken hatte und krampfhaft alles festhalten musste. Beinahe hätte
sie nämlich der schnarchende Blex A eingesaugt.
In der Kabine kommt es heute morgen zu
einem Eklat: gegen Räp, Meik und Jogi bildet sich eine
"Anti-Dixie-Chicks-Front", welche von Siggy Squirrel, einem Rammsteinverehrer,
der ungünstigerweise neben dem Mannschafts-Ipod sitzt, und von Mario Kaufmän
angeführt wird. Siggy unterbindet die Dixie-Chicks und bezeichnet deren Songs
als "Katzamusig" und legt Rammstein ein. Der Dienstagvormittag ist deshalb vor
Trainingsbeginn schon von "duhastmich" geprägt. Auch Songs der Musikgruppe
AC/DC, vom heuer abwesenden Kasla als "Truthahnmusig" bezeichnet und in der
Kabine dadurch bislang oft verpönt, schallen durch die Katakomben der Eisarena
in Tremosna. Erst, als dann auch die Foo Fighters von Squirrel zugelassen
werden, beruhigen sich die Gemüter wieder ein bisschen. Allerdings zuwenig, um
die Kluft zwischen Bläck änd White zu überbrücken.
Im Training geht es dann Schlag auf
Schlag. Erst Aufwärmen, dann Schlagschusstraining. Danach Mätch. Denn: Es kann
nur einen Sieger geben.
Das Spiel steht auf Messers Schneide,
die Whites sind das klar bessere Team, doch dann passiert es:
Das Trauma-Tor von Tremosna
Räp erzielt ein Tor, das von den Bläcks
frenetisch zum 3:3-Ausgleich gefeiert wird, allerdings ein irre-reguläres Tor
(frei nach Johann K.) war! Alex B meint, dass dieses Tor wohl als
"Trauma-Tor von Tremosna" in die Rängers-Geschichte eingehen könnte, denn der
Puck lag unmittelbar vor dem Torschuss hinten auf dem Tornetz. Deshalb eine
krasse Fehlentscheidung. Leider hat aber der Referee heute seinen freien Tag und
kann deshalb nicht verhindern, dass das Spiel in die Verlängerung und danach
noch ins Penaltyschiessen geht. Coach Karel ist auch nur bedingt unparteiisch,
da er diese Woche zu den "Bläcks" konvertiert ist. Von der Ungerechtigkeit der
Ereignisse übermannt, verlieren die Whites das Penaltyschiessen. Siegfried
Squirrel setzt nach Anweisung seines Coaches Karel K. einen Russischen Penalty
(=Schlagschuss) unhaltbar und für uns unfassbar in die Maschen.
In der Kabine kommt es danach zur
Dusch-Demütigung der Whites: Bläcks-Keeper Döbi und Co duschen sich mit
Champagner, während die Whites geduckt in der Kabine hocken und in ihre
Gambrinus-Dosen starren. Das Frohlocken der Bläcks ist nicht auszuhalten. Dazu
auch noch Rammstein. Eine Tragödie.
Sportlich gesehen können wir hiermit
eines vorweg nehmen: Die Bläcks haben die Spielserie während der Woche knapp für
sich entschieden. Im Sinne der sportlichen Fairness und des Mannschaftsfriedens
gratuliere ich nunmehr im Namen der Whites der gesamten Schwarzen Brut zu ihrem
glücklichen und geklauten Sieg. Aaaargghhh...... das Ganze ist noch lange nicht
vergessen.......!..............darüber reden wir noch!!
Ihr............!!!
;-)
Spaß beiseite. Der Nachmittag ist
angebrochen. Wir fahren heute direkt nach dem Training nach Prag.
Prag: Eine Traumstadt.
Mit unseren beiden Sportbussen fahren
wir bis in die Vorstadt von Prag. Unsere Fahrer Räp, Squirrel und Bernd bringen
uns sicher ans Ziel, einem grossen Parkplatz nahe der tschechischen Metrostation
Zlicin.
Von dort geht's per U-Bahn über Namesti
Republiki und schliesslich nach Ceskomoravska weiter.
Das Wetter passt, die Frisur hält, alle
Anwesenden sind guter Dinge und Karel führt uns durch die Prager U-Bahn. Heute
steht erstens der Besuch der weltberühmten Restaurants "Flecu" auf dem Programm,
wo wir alle mit Becherovka empfangen und danach mit dunklem Bier und
Schweinshaxn bzw Schweinsbraten oder Gulasch verwöhnt werden. Nach einigen
Runden Bier ziehen wir weiter in die Innenstadt, wo ein Bankomat eine
Rängers-Bankomatkarte verschluckt. Trotz sofortiger Intervention durch Karel
wird die Karte nicht mehr gefunden. Czauberei...
Danach gibts noch für alle ein
Staropramen in einem namentlich nicht bekannten Innenhoflokal in Prag.
Um ca 17.00 brechen wir auf, denn wir
haben Karten für das Extraliga-Hockeyspiel Slavia Prag gegen HC Litvinov. Voller
Freude betreten wir die O2-Arena. Slavia Prag spielt in Weiß-rot gegen die gelbe
Gefahr aus Litvinov. Litvinov gewinnt die Partie knapp mit 3:4. Auf der
NHL-Eisfläche in der O2-Arena sehen wir ein packendes und turbulentes Spiel
sowie eine Heimmannschaft, die (wie letztes Jahr) nach dem Verlust der Partie
voller Reue auf dem Eis vor die heimischen Fänkurve kniet und sich die Schelte
der Anhänger abholt.
Auch für uns Schroffarängers wäre diese
Aktion vorbildlich. Aber bisher haben wir ja bekanntlich noch kein Heimspiel
verloren und - falls doch - unsere beiden Zuschauer gehen meistens nach dem 2.
Drittel aufgrund der Kälte und Uhrzeit (Spielbeginn 22.00 Uhr) nach Hause.
Wir gehen hingegen nach dem Spiel nicht
nach Hause, sondern fahren mit der U-Bahn nochmals in Richtung Innenstadt. In
der vollen U-Bahn testet NeoRänger Bubu seine Rängerqualitäten und setzt Einen
in den Wagon. Die daraufhin eingeleitete Vollbremsung erfolgt automatisch, wir
können jedoch unerkannt entkommen.
In der Innenstadt ist aufgrund des nach
wie vor warmen Wetters wirklich was los. Wie immer, Prag ist eine Studentenstadt
und entsprechend viele Junge ziehen durch die Strassen. Da es draußen so
komfortabel warm ist, ist dafür das Hard-Rock-Cafe (unsere Neue Stammkneipe in
Prag - siehe Bericht 2010) wenig besucht und es finden sich mit Leichtigkeit
Plätze für alle Rängers. Am Tisch 1 (Luke
Z, Nobi, Bernd, Karel und Mario) gibts Staropramen und
scharf gewürzte Chickenwings, welche allen Testern den Schweiß auf die Stirn
jagen. An Tisch 2 (Blex, Bubu, Meik, Räp) wird geraucht, gesnüsst und Bier
konsumiert, während an Tisch 3 (Mono, Siggi, Döbi, Jogi + Obi) vor allem Herr
Luke Mongend (Familienname von der Redaktion geändert) in einen Mohitorausch
verfällt und einen Rekordversuch anstrebt. Beim Fünften Mohito erleidet Mono
aber einen Schwächeanfall und lässt ein Glas Mohito zu Boden gleiten, was seine
sofortige Disqualifikation zur Folge hat. Schade, denn in der internen
Team-Cocktail-Trink-Wertung der Jahre 2010 und 2011 lag Mono zu diesem Zeitpunkt
mit 5 Mohitos hinter Fänghänd, Bernd, Bäd Plängg, Mono 2010, Heribert, Spalti
uva auf Rang 17.
Der Einspruch bei der Turnierleitung
bringt Mono keinen Erfolg ein. Er kriegt vom Kellner noch ein letztes kleines
Bier genehmigt. Danach müssen wir weiterziehen, denn die letzte U-Bahn fährt um
0.07 Uhr. Die müssen wir unbedingt kriegen, denn morgen ist ja wieder Training.
Die Heimfahrt erfolgt nach dem
altbekannten Schema. Magenwinde werden erst abgelassen, sobald sich alle in
einem verschlossenen Raum (Bus, U-Bahn, Lokal, Zimmer) befinden. Karel fährt im
Vizebus mit und lacht sich mit uns einen Holzfuss bei Songs der EAV (...der Wein
von Mykonos...).
Mittwoch, 28.09.2011:
Beim Frühstück erscheinen bis auf Blex A
alle Rängers. Alex ist kränklich und bleibt dem Training fern. Nobi verspürt
Haarschmerzen vom Vortag.
Die unglaublichen Bläcks besiegen uns
ein weiteres Mal mit 5:4. Wir Whites wissen, dass dies insgesamt einer
4:2-Führung der Bläcks gleichkommt. Beinahe gleichgültig nehmen wir Whites den
Sieg der Bläcks zur Kenntnis, denn wir wissen: In dieser Woche werden wir uns
euch Bläcks noch einmal so rrichtig zur Brust nehmen. Wartet nur ab.
Jedenfalls passiert dies dann aber nicht
am Mittwochnachmittag, denn da bleiben wieder die Bläcks siegreich.
Wenn Blicke in der Dusche töten
könnten.... diese Sieges-Chöre und die Truthahnmusig sind unerträglich.
Am Abend sind wir nach einigen Stunden
Schlaf (oder was auch immer) im Zimmer im Hotel-Speisesaal zum Tartar-Essen
verabredet. Zudem wird heute das Spiel AC Milan:FC Pilsen live übertragen.
Das Essen ist eine Klasse für sich.
Rohes, zerhacktes Beef-Fleisch, vermischt mit verschiedensten Gewürzen, Ei und
Knoblauch und das Ganze auf in Fett dunkelbraun herausgebackenen
Schwarzbrotscheiben, dazu feiner schwerer Rotwein. Der Knoblauch vertreibt
alles, was im Entferntesten an Vampire erinnert. Nur der Hund vom Nachbartisch
streift - an der Leine wohlgemerkt - zwischen unseren Beinen umher, bis er
uns mit einem echten Gordischen Knoten verbunden hat. Mono isst das erste Tartar
in seinem jungen Leben und ist total begeistert.
In der Fussballpause überreichen wir
Karel ein Mannschaftsbild unserer Truppe und sprechen ihm unseren Dank für die
bisherigen Trainingslager und seine Verbundenheit aus. Gleichzeitig hoffen wir
darauf, dass solche Wochen mit Karel noch viele Jahre möglich sind. Karel ist
sichtlich erfreut und bestellt gleich noch mal eine Flasche Rotwein.

Danach verliert Pilsen leider
unglücklich mit 2:0 in Mailand, Sympathieträger Satan Ibrahimovic muss zu allem
Überfluss noch einen geschenkten Elfer verwandeln. Die Borussen verlieren in
Marseille mit 3:0, unsere Biene Maja Döbi weint beinahe. Räp holt sich via
Konferenz-SMS noch den in Nüziders befindlichen Fleischundblut-Borussia-Fän
Czetan Czpalt ans Telefon, welcher das SMS von Räp "na? hot dine Borussia ane
kriagt?" ausführlich mit "schnauze.dia huara baguettefresser." quittiert.
OK, darauf bitte noch ein Gambrinus.
Dann neigt sich auch dieser Tag leider schon dem Ende zu. Oh Gott, wie schade.
Nur noch zwei Mal schlafen, dass ist auch diese Woche schon wieder
Geschichte....
Donnerstag, 29.09.2011:
Zum Frühstück sind heute wieder alle
beieinander. Es steht Vormittagstraining, freie Verfügung am Nachmittag und am
frühen Abend ein Extraligaspiel in Plzen (HC Lasselsberger Plzen gegen Energie
Karlovy Varý auf dem Speiseplan. Das hört sich ja auch gut an.
Das Trainingsmatsch im Anschluss an das
tolle Training mit Karel gewinnen - einmal mehr - die Bläcks. Wieder denkbar
knapp, aber doch. Unser Goalie Luki sagt es zwar nicht, aber er ist - gelinde
gesagt - einfach "feddich".
Am Nachmittag bleibt Luke im Bett. Er
kann auch leider nicht mal mit nach Pilsen, so quält ihn der MK (= Muskelkater).
Schade, denn das Spiel wird ein sehr Gutes sein. Luke bleibt also im Bett,
Squirrel, Döbi und Jogi nehmen die Dienste des Herrn Sportmasseur in Anspruch,
während auf Centercourt 1 Meik Hämmer und Räp Rävolver sich dem Einzeltennis
hingeben.
Die Tennispartie verlangt von den beiden
Spielern buchstäblich alles ab und muss schlussendlich um ca 15.00 Uhr beim
Stand von 6:6 Unentschieden wegen Dunkelheit abgebrochen werden. Ein Sieger
kann nicht mehr ermittelt werden. Eine Weiterführung des Spiels am nächsten Tag
ist auch nicht möglich, da alle Tennisbälle nach dem heutigen Spielabbruch wegen
Erschöpfung eingeschläfert werden mussten.
M.Hämmer und R.Rävolver überlegen sich
nun, ob sie im Rahmen der Tennis-ATP-Tour nächsten Jahr in Tschechien überhaupt
nochmals melden sollen oder ob sie nicht einfach erst in Amerika mit einsteigen
sollen. Immerhin gibt es dort Flutlicht.
Am Abend fahren wir nach Pilsen und
sehen das beste Extraligaspiel bisher. Martin Straka und sein Team des HC Plzen
spielen Katz und Maus mit den Herren aus Karlsbad und fertigen diese mit 6:2 ab.
Wir haben einen komfortablen Platz mit bester Aussicht hinter dem Tor, auf das 2
Drittel lang die Pilsner spielen. Leider schiesst Pilsen 4 seiner Tore im
Mitteldrittel, also aus weiter von uns entfernte Tor, während die Karlsbader um
Lukas Pech (sein Name war übrigens an diesem Abend für ihn Programm) die beiden
Tore in Drittel 1+3 schoss (was wiederum bedeutet, dass auch diese Tore auf der
anderen Seite der Halle fallen).
Dennoch sehen wir ein super Czpiel in
einer ausverkauften Halle, durch welche am Schluss die Welle schwappt. Die
Zuschauer und auch wir sind sehr zufrieden und lassen dies die Mannschaft
spüren. Zudem gibt es hier in Pilsen die besten Würste der Welt. Blex A hingegen
isst einen czechischen Leberkäszesemmel, von dem er später behauptet, noch nie
vorher etwas Schlimmeres gegessen zu haben.
Während des Spiels kann man in Pilsen
kaum aus der Halle raus (nur bei Spielunterbrechungen), weshalb quasi alle
Männer infolge Biergenusses (also ca 3.500) in den Drittelpausen aufs Klo
müssen. Eine Wartezeit von ca 30 Minuten ist deshalb vorprogrammiert, es sei
denn, man nimmt wie 2.500 Andere das Freiluftklo an der Außenwand der Eishalle.
Eigentlich ein Wunder, dass sich die Halle bis heute auf dieser Seite nicht
gesenkt hat...
Nach Spielende fahren wir heim ins
Hotel, weil wir uns noch zum Essen angemeldet haben. Einzig die erzschwarzen
Jungränschers Squirrel, Nobi S., Kario Maufmän und Döbi D. bleiben noch zwecks
interner Meisterfeier (obwohl alles Freundschaftsspiele waren!) in der Stadt.
Während des Essens im Hotel werden wir per MMS von den Machenschaften der Jungs
informiert. Siggi hat ein Innenstadtlokal gefunden, in dem es 2-Liter-Mohitios
gibt...
Im Hotel angekommen, warten 2 Herren der
tschechischen Ausländerpolizei auf Herrn Burtscher aus Braz. Das ganze ist kein
Schmäh. Bubu wird tatsächlich verhört und muss schlussendlich gegen Bestätigung
seinen Reisepass abgeben, weil dieser in Tschechien als gestohlen gemeldet ist.
Soso. Dieser Bubu kam uns immer schon etwas seltsam vor.........
:-))
Freitag, 30.09.2011:
Heute ist der große Tag. Alex B ist
infolge einer sogenannten FF (Fleischkäse-Fergiftung) außer Gefecht, aber sonst
sind alle Weißen voll motiviert.
Nehmst das, ihr Bläcks!
Heute passiert's also. Im
Vormittagsspiel panieren wir die Bläcks einmal so richtig mit 10:4. Die Bläcks
haben keine Chance. LukeZ, Bubu, Bernd und Co wachsen über sich hinaus. Mono,
Obi und ich duschen uns zufrieden. Im Hintergrund höre ich plötzlich wieder die
Dixie Chicks...
Zu Mittag presst sich Bubu seinen
langersehnten Schweinshaxn in die Figur. Einzig die kastaniengrosse
Knoblauchzehe muss er im Teller zurücklassen. "Magsch dia nümma?" fragt ihn Obi,
der grade eben seinen Mokka serviert bekommen hat. "Na, sorri, aber dia goht
nümma ihi," stöhnt Bubu. "Ok, denn nimm se i," meint Obi, und isst sie quasi wie
ein Keks zum Kaffee. Ein Bild für Götter. Obi ist wieder der Alte. Jedoch: es
fährt mir heiß durch die Gelenke, wenn ich an die Winde denke.
Am Abend spielen wir wieder wie jedes
Jahr gegen eine tschechische Nationalmannschaft. Während wir letztes Jahr (es
war ein Freundschaftsspiel) mit 1:11 unter die Räder kamen, sind wir heuer viel
kompakter auf dem Eis und ringen den Tschechen ein 7:7 ab (Goals für die
Ränschers: Mono2, Meik2, Alex1, Nobi1, Bubu1). Unser Coach Karel Kostka ist sehr
zufrieden mit uns, was uns im Gegenzug ebenfalls sehr zufrieden macht. Wir haben
heute echt gut gespielt.
Am Abend wird im Hotel pikfein gegessen
und nochmals das ganze Trainingslager durchbesprochen bzw mit Gambrinus,
Rotwein, Becherovka, anderen Spirituosen und Zigarren abgeschmeckt. Bis ca 0.30
Uhr dauern die Diskussionen, dann sind alle brav im Bett. Danke, lieber Gott.
Das war eine perfekte Woche.
Samstag, 01.10.2011:
Alle sitzen in stiller Eintracht am
Frühstückstisch und haben schon brav ihre Zimmer geräumt und gepackt, sodass wir
pünktlich am 9.00 Uhr Karel verabschieden (er muss weiter nach Tachov) und
unsere Heimfahrt in Angriff nehmen können. Unsere Fahrer Bernd und Räp leisten
beste Arbeit (trotz starkem Verkehr und Stau).
An der deutschen Autobahn stehen
Schilder mit der Aufforderung, den richtigen Abstand zum Vordermann einzuhalten:
„Richtiger Abstand zum Vordermann: halber Tacho“
Bubu rechnet nach: bei einem Tempo von
80 km/h müssten wir demnach zum Vordermann 40 Kilometer Abstand lassen. Kein Wunder also, dass da ab uns zu ein Stau
entsteht....
Um ca 15.00 Uhr sind wir wieder in
Bürs/A, wo wir von unseren Fäns frenetisch empfangen werden ("....kumm, leeramr
am Papa d Eishockeytascha us....!") .
Fazit: Ein wunderbares Trainingslager liegt hinter uns. Heuer waren verhältnismäßig wenig
Teilnehmer dabei, doch die Mischung der Gruppe und die Beinfreiheit in der
Kabine waren einzigartig. Zudem war Karel heuer nicht nur als Trainier, sondern
als vollwertiger Spieler der Bläckhawks im Einsatz. Sicherlich wird dem
Leser klar sein, dass den Bläckhawks ohne Mithilfe des Profispielers Karel K.
auch nicht nur ein einziger Sieg gegen die Whites gelungen wäre, aber das wird
natürlich von der Gegenseite, der Schwarzen Volksfront, nie und nimmer
zugegeben werden.
Angesichts dieser Verhaltensweise der
Bläcks kommt mir schon wieder nur ein Gedanke: nächstes Jahr panieren wir
euch.......
Nochmals ein herzliches Danke an Alex B
und Karel Kostka für die Organisation und Durchführung des Trainingslagers des
EHC Schroffarängers in Zruck/Senec/CZ im Oktober 2011!
JJ
Oktober 2011